Mittwoch, 8. Juli 2009

Nicht nur das profil kann über small talk schreiben!

Ich würde diesen Blogeintrag gern mit "neulich" beginnen, habe aber Angst dafür von Matthias Grilj des Ideenklaus bezichtigt zu werden, also lass ich das "neulich" weg und mach es schön konkret:


Am Samstag, um 17 Uhr Mitteleuropäischer Zeit haben mein Freund und ich inmitten unzähliger schwitzender und gut gelaunter Menschen gestanden - weil Stadtfest in Graz und weil man da hin muss, wie ich der Zeitung geglaubt habe. Also Pulli ausgeziehen. Raus aus der kühlen Wohnung. zum Hauptplatz fahren. Und nun stehen wir - weil Sitzplätze gab es nicht mal in der Einser - inmitten dieser gesichtslosen Schweißperlen und starren angewiedert und ignorant wie alle anderen aus dem Fenster.

Und so schön diese Massenveranstaltungen auch sind, eines muss man sich bei gutem Wetter gewiss sein - ein schönes Plätzchen im Gastgarten kann man um diese Uhrzeit vergessen.

Wir aber nicht zimperlich setzen uns zu einem nett aussehenden älteren Pärchen an den Tisch. Da sitz man also. Gegenüber zwei wildfremde Menschen. Zu weit weg, um mit ihnen unbedingt sprechen zu müssen. Zu nah beisammen, um sie ignorieren zu können.
Eine dumme Situation, und so suchen sich jedes der acht Augenpaare ein bis zwei schöne Stellen außerhalb der blickrichtungen der anderen und wechselt in regelmäßigen abständen die Stellen ab.

Ab und zu passiert es dann schon einmal dass sich zwei fremde augenpaare streifen. kurz unangenehm. dann schnell lächeln. aber ja nicht zuviel, sonst müsste man etwas sagen um das Grinsen zu erklären. also das lächeln kurz antäuschen. haben ja alle etwas ahnung vom fußball und passen.

und so vergehen die sekunden und minuten. das gehirn rattert. sucht unverfängliche themen. hat das wetter aber satt. will es nicht ansprechen. also weiterdenken. small talk small talk small talk. Ein zunicken von gegenüber. ein schulterzucken. kurze blickwechsel. dann schnell mit dem freund daneben sprechen. man denkt man könne dem small talk entgehen. doch nein, man hat zu laut gesprochen. das weißhaarige gegenüber erzählt, dass es zum ersten mal in graz ist. "und wir sind seit 5 jahren verheiratet. Heute ist unser Hochzeitstag."

Wieder ein lächeln. Dieses mal nicht angetäuscht, weil jetzt zwischenmenschlichkeit, freude usw. kurze bewunderung, dann wieder stille.

zu faul um ein gespräch anzufangen, zu höflich um einfach wieder aufzustehen. noch nie habe ich mich über einen kellner mehr gefreut als an diesem tag. das weißhaarige und das dunkelhaarig gelockte gegenüber machten platz für ihre teller. perfekt. das essen schmeckt ihnen. DA! Ein Thema.
"Mahlzeit!"
- "Danke!"
das ist ja schon mal was. nach ein paar minuten kann man dann fragen wie es schmeckt.

"Und, schmeckt es Ihnen?" - dabei etwas zustimmend lächeln, kopf etwas nach vorne und augenbrauen nach oben. alles schon routine.

- "JA, sehr gut!"

Traumhaft. Für die nächsten minuten hat man ruhe. wäre ja unhöflich sie am essen zu hindern. das eigene essen dann rechtzeitig bestellen, damit es ungefähr bei ihren letzten bissen kommt.
man isst. hat wieder ein thema. isst langsam. wartet bis sie ausgetrunken haben.
vielleicht doch kurz übers Wetter reden. sie zahlen.

"Ach, sie gehen schon"
- "Ja, wir müssen leider"

Jetzt die richtige Balance aus höflicher wehmut und freundlichen wünschen finden.

"Schönen Abend noch!"
- "Ihnen auch"

Und der Abend ist gerettet.

Sonntag, 7. Juni 2009

Österreich ist frei

die Presse auch?

Mein jüngstes Video geht der Frage auf den Grund, warum Österreich trauriger Spitzenreiter der EU-Länder ist, wenn es um die häufigsten Verurteilungen des EUGH für Menschenrechte im Fall Meinungs- und Pressefreiheit geht.



Zum Video video

Samstag, 6. Juni 2009

Die Renaissance der Videoleichen

Mit dem Gefühl des schlechten Gewissens muss man sich wohl als Studentin anfreunden ...
Denn bei den vielen Projekten, die man im Laufe seines Studiums macht, passiert es immer wieder, dass manche Sachen einfach untergehen. Man gibt sich Mühe, investiert Zeit und Geld um zB ein Video zu machen, raubt seinen Interviewpartnern die Nerven, und das Produkt der Arbeit bleibt letztendlich vergessen und allein gelassen am alten Windows-Rechner liegen.


So habe ich zB im dritten Semester für das Online Freizeitmagazin des ORF mit der Unterstützung eines engagierten Wirten aus Mürzzuschlag einen "Kochcast" produziert. Leider wurde mir NACH getaner Arbeit gesagt, das Video sei zu lang und zu groß für die Webseite, und gestresst wie man nun mal am Semesterende ist, hab ich das Video einfach in den Ordner verbannt und vergessen.

Doch ich denke, nur weil der ORF es nicht will, heißt das dank Blogs, Youtube und Co noch lange nicht, dass es keine Renaissance meiner Videoleichen geben kann. Und so präsentiere ich heute stolz meinen erste Kochcast:

Mahlzeit!

Zum Video auf Vimeo

Ich bin ja eigentlich überhaupt nicht gewillt, für andere Werbung zu machen (-: aber ich habe lange nicht mehr so gut gegessen wie damals in Mürzzuschlag, und wer mich kennt weiß, was das heißt!
Deshalb eine ernst gemeinte Verlinkung zum

Hotel Restaurant Winkler

Montag, 25. Mai 2009

Alien Invasion in Graz

von einer Invasion ist zwar wirklich nicht zu sprechen, trotzdem steigt das Interesse an des bunten Plastik-Getiers alias POKEN in Graz.
Als bekennende soft-geek hat mich das poken-fieber bisher zwar interessiert, aber nicht richtig gepackt.

Rein aus Spaß am Texten hab ich mich vom Schneeengel dazu verleiten lassen, für ihn einen neuen Blog-Spruch zu kreieren. "Surfst du noch oder blogst du schon?" - hat wirklich ausgedient. "Web 2.0 ist keine Durchwahl" - ist die Zukunft.

Der kleine pinkalien ist nun mein, und erfreut sich seines special place am Schlüsselbund, zwischen Kellerschlüssel und Relax-Foto (-:

Und wie wir beim politcamp vom Wochenende herausfanden, sucht DIE FRAU immer nach dem Nutzen. Also, was nützt mir ein poken?

Klare Antwort: Naja. Poken ist eine Art Digitaler Visitenkarte, die man einfach und schnell mit anderen poken-besitzern austauschen kann. da es bisher noch nicht viele gibt, ist es also eher nur eine spielerei. Enttäuschend ist jedoch, dass einige Daten von Sozialen Netwerke noch nicht hinzugefügt werden kann, zB Plurk, Youtube, etc.

Sonntag, 17. Mai 2009

NUR PR

Es ist Sonntag, und höchste Zeit endlich meine Gedanken über PRleben vom Freitag online zu stellen. Der Schöckl ruft, und so habe ich entschieden, anstatt eines schön ausformulierten Textes einfach mal meine Kommentare, die mich so überkommen sind in diesen editor zu schmeißen...


PRleben - komischer Name, interessanter Tag



DER PRAKTIKER:

"Die PR Praxis hat andere Sorgen" als die Frage, ob facebook als erfolgreiches PR-Tool verwendet werden kann, ob microblogging mehr spaß macht als sinn hat, oder ob Blogger Journalisten ersetzen werden.(Jean-Lou Cloos)
Die PR Praxis interessiert sich viel mehr für Krisen-Managment, für Wertschöpfung und Evaluation, sagt Cloos, und provoziert die WEB 2.0 affine Seele. Obwohl der PR Praktiker selbst twittert, zählt er die 2.0er im Raum, sich inbegriffen, keineswegs zum Mainstream.

"Ein Stern, der vom Himmel fällt"



DER VERKÄUFER:

DJ Ötzi und Co sind auf Gernot Haberfellners schlagerportal vertreten. Und auch wenn Haberfellner bei dieser Musik nicht textsicher ist, präsentierte er seine Arbeit selbstsicherer und überzeugter als manch schlagerfremder Student wohl erwartet hätte.
Schlagermusik ist für mich unter 1,5 Promille nicht reizvoll, und doch überraschte mich Gernot Haberfellners Eigen-PR Präsentation mit seiner relativ erfolgreichen Plattform schlagerportal.com.

DER WERBER:

Thomas N. Burg sorgte für die Marketing-Seite des Themas, und hat mich daran erinnert mir Mac Software wie Mindnote endlich einmal runterzuladen. Ansonsten hat der Vortrag bei mir leider wenig Spuren hinterlassen.

DIE ZUHÖRER:

Müdigkeit habe nicht nur ich aufgrund der kurzen Nacht empfunden, sondern bezeichnet auch die Atmosphäre im Audimax, wenn es ans Diskutieren und Fragen stellen ging. Schuld daran, waren vielleicht die Themen. Möglichkeiten zum Diskutieren gab es dank informeller Sessions und der sogenanntn "fishbowl"


Zum Ende hin war ich um einige Erkenntnisse reicher:

ich bin ein soft-geek
--> ich kenne tausend interessantere thmemen als "poken oder welches tier passt zu mir?"
und, ich möchte mich mal entscheiden: Verteidigung (PR) oder Stürmer (Journalismus) (für jemanden wie mir, der fußball nur soziologisch gesehen für interessant hält mehr als schwierig)

Mittwoch, 22. April 2009

Zeile für Zeile

wenn der widerspruch zum echo wird
das zweifeln ihr treuester freund
wenn die zukunft am teller liegt
ihre zunge vertrocknet
wenn die finger versteifen
ratlose augen hinter der maske
ist es zeit sich zu fragen
warum ich?
ist es zeit sich zu fragen
warum jetzt?

lieber nicht nachdenken
besser
aufspringen und wegrennen
sich einsperren und tot stellen
ja nicht
die hülle des zynismus wegwerfen
was bleibt ist enttäuschung
die wahrheit
ihre angst vor ihm
ihr ihnen und mir
doch vor allem vor mir
vor dem sein dem war
ja besonders vor dem werden
und dem zweifeln in ihr

wenn der widerspruch zum echo wird
den sarkastmus im hals
wenn ihr glauben nach lüge stinkt
er ausgespuckt am boden liegt
wenn glauben einfach zu schwierig wird
aber das wissen versagt
ist es zeit sich zu fragen
warum
ist es zeit sich zu fragen
warum nicht



dazu
ein Gedicht


Ein Gedicht, aus Worten gemacht.
Wo kommen die Worte her?
Aus den Fugen wie Asseln,
Aus dem Maistrauch wie Blüten,
Aus dem Feuer wie Pfiffe,
Was mir zufällt, nehm ich,
Es zu kämmen gegen den Strich,
Es zu paaren widernatürlich,
Es nackt zu scheren,
In Lauge zu waschen
Mein Wort

Meine Taube, mein Fremdling
Von den Lippen zerrissen,
Vom Atem gestoßen,
In den Flugsand geschrieben

Mit seinesgleichen
Mit seinesungleichen

Zeile für Zeile,
Meine eigene Wüste
Zeile für Zeile
Mein Paradies.


Marie Luise Kaschnitz
zum Anhören

Sonntag, 22. März 2009

Sehr geehrte Damen und Herrn,

ich präsentiere Ihnen heute meinen ersten Blogeintrag, geschrieben vom eigenen Apple - garantiert wurmfrei!

Und, wie das im Leben oft so ist, findet man sobald man einen Wunsch erfüllt hat schon wieder etwas anderes, das man begehrt...
nach dem Macbook kommt das Madbook - für Graphikfans ist diese Digital-Leinwand ein berechtigter Grund zu sparen. Momente, an denen man gerne mit dem Rauchen aufhören möchte und sich dafür etwas Neues gönnt - würde ich doch bloß rauchen - egal. Zurück zum Madbook. Was kann es, was die Windows Tablet-PCs nicht können?
Der größte Unterschied ist die Bauweise: Das Madbook ist dünner und leichter. (nicht zu vergessen der Preisunterschied)
Gemeinsam haben sie allerdings den Malstift, der unverzichtbar ist. Es handelt sich nämlich nicht um einen richtigen Touchscreen - die Finger am Desktop machen nur Flecken...
So reizvoll das alles auch klingt, bei diesem Preis bleibt das Madbook jedenfalls für mich nur ein Hirngespinst...

zum Spiegel-Artikel


vorerst bin ich aber eh noch damit beschäftigt meinen Fingern zu lernen, dass dieses blöde @ nicht mehr am gleichen Ort ist...